
Die Bedeutung von erneuerbaren Energien hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Zudem sind sie auch mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit vorgedrungen, welche viel Wert auf den Einsatz dieser Energien zur Stromversorgung und für die Nutzung von Heizwärme legt. Die Menschen wissen, dass durch die Einspeisung von Strom aus Anlagen, die erneuerbare Energie erzeugen, ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird und dass erneuerbare Energien bei einer entsprechenden Auslegung auch nachhaltig sind. Man kann jedoch nicht nur einen Beitrag zum Schutz der Reinhaltung der Atmosphäre und der Natur leisten, indem man Wärme und Stromenergie aus solchen Quellen – wie Solarthermie, Geothermie, Windkraft, Wasserkraft oder Bioenergie – bezieht, sondern auch, indem man Energie spart. Das bedeutet, dass durch die Reduzierung von Strom oder Heizenergie aus Gas oder Öl auch die fossilen Energiequellen geschont werden. Wenn nämlich weniger Erdöl industriell aufbereitet oder Braun- und Steinkohle für den Antrieb von beispielsweise Dampf- oder Gasturbinenkraftwerken verbrannt werden muss, dann wird auch weniger Kohlenstoffdioxid erzeugt und die Atmosphäre dadurch letztendlich geschont.
Dies ist eine wichtige Erkenntnis, um zu begreifen, dass eine kollektive Verbrauchsreduzierung bei den Haushalten ebenfalls eine große Entlastung der Umwelt bedeutet. Allerdings ist eine solche Minimierung von Strom und Wärme nicht ausschließlich vom Nutzerverhalten und von den Witterungseinflüssen abhängig, sondern natürlich auch und insbesondere von der Gebäude- und Anlagentechnik des Wohnhauses selbst. Das bedeutet, dass beispielsweise die Bauphysik einer Außenwand energetisch optimiert werden kann, um den Wärmedurchgang zu reduzieren und den Verbrauch der für ein behagliches Wohnklima notwendigen Raumwärme zu minimieren. Hierfür ist in der Regel eine Verstärkung der Außenwanddämmung insbesondere bei Altbauten notwendig. Des Weiteren wird von Energieberatern der Austausch alter Wärmeschutzfenster mit einem zu hohen Wärmedurchgangskoeffizienten empfohlen. Beispielsweise können 3-fach-Isolierverglasungen die Wärme sehr viel besser speichern und einen Durchlass dieser verhindern. Neben diesen Maßnahmen ist aber auch die Modifizierung oder sogar der Austausch der Heizanlage notwendig. Sollte die Anlage nicht älter als 15 Jahre sein, dann kann sie in der Regel durch den Anbau eines speziellen Abgassystems auf die Brennwerttechnik umgerüstet werden, wodurch sich letztlich die Heizkosten stark reduzieren lassen. Aber auch die Verkleidung von Heizungsrohren ist wichtig, um Wärmeverluste zu verhindern.
Um die Mängel und auch die möglichen Modernisierungsmaßnahmen bestimmen zu können, ist ein sogenannter Energie-Check notwendig. Dieser wird meist nach Aufnahme der Wand-, Dach- und Fensterqualität sowie der Maße der Gebäudehülle und der Anlagentechnik mit Hilfe einer entsprechenden Rechnersoftware durchgeführt. Mit dieser kann beispielsweise der Endenergiebedarf errechnet, aber auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt werden. So kann der Hausbesitzer erkennen, welche Kosten für eine energetische Optimierung der Systemhülle des Gebäudes anfallen würden und welche Einsparpotenziale sich ergeben, um letzten Endes auch die Investitionskosten wieder refinanzieren zu können.
© Wolfgang-S – Fotolia.com

Diskussion
Noch keine Kommentare.